Titelbild
TEI RDF

Ein Beitrag von Simone Lettner

WIE STEFAN ZWEIG SCHREIBT

Auf welche Weise lässt sich feststellen, wie ein Schriftsteller in seiner kreativen Arbeit vorgeht? Stefan Zweig, selbst sehr interessiert am schöpferischen Prozess anderer Künstler, hat im Vergleich mit polizeilicher Spurensicherung eine Antwort parat: „So wie die Objekte, die der Mörder in seiner Hast am Tatort hinterläßt, so wie die Fingerabdrücke, die von ihm zurückbleiben, das verläßlichste Beweismaterial in der Kriminologie bilden, so bieten die Vorstudien und Entwürfe, die der Künstler vom Produktionsprozeß hinterläßt, die einzigen Möglichkeiten, den inneren Vorgang zu rekonstruieren. Sie sind der Ariadnefaden, an dem wir uns zurücktasten können in das sonst unergründliche Labyrinth.“ Zweigs Aufforderung der ‚Spurensuche‘ folgend wollen wir hier versuchen, anhand seiner eigenen Arbeitszeugnisse zu eruieren, wie sich die Gestaltung seiner Werke allmählich vollzieht. Nehmen wir uns zu diesem Zweck einen bestimmten Text vor: Zu Das erste Wort über den Ozean, einer der unter dem Titel Sternstunden der Menschheit subsumierten historischen Miniaturen, befinden sich verschiedene Dokumente im Literaturarchiv Salzburg, deren Betrachtung es ermöglicht, die textuelle Entstehung über mehrere Stufen nachzuzeichnen. Einen Vorgeschmack, wie das aussehen kann, bietet das folgende Beispiel, das die Entwicklung eines ausgewählten Satzes von den frühen stichwortartigen Entwürfen bis hin zu den handschriftlichen Überarbeitungen eines Typoskripts nachvollzieht.

Im Erstdruck (ED) lautet der von Zweig am Ende des Arbeitsprozesses zur Veröffentlichung freigegebene Satz:

Dieses weltbedeutsame Jahr 1837, da zum erstenmal der Telegraph das bisher isolierte menschliche Leben gleichzeitig macht, wird selten in unseren Schulbüchern auch nur vermerkt, die es leider noch immer für wichtiger halten, von Kriegen und Siegen einzelner Feldherren und Nationen zu erzählen, statt von den wahrhaften, weil gemeinsamen Triumphen der Menschheit.

Ein Ringnotizbuch mit handschriftlichen Stichworten zu dem Text dokumentiert die früheste bekannte Arbeitsphase. Darin lassen sich zwei Ausarbeitungsschritte voneinander unterscheiden (H1/1 und H1/2, Näheres dazu weiter unten). In H1/2 finden sich erste Notizen, die eindeutig auf den Beispielsatz zu beziehen sind:


H1/2:
Jahr 1837 (und nicht in die Schulbücher geschrieben)

Lose Blätter, die ursprünglich in das Ringnotizbuch eingelegt gewesen waren, werden hier als H2 bezeichnet. Darin ist bereits eine deutliche inhaltliche Anreicherung zu erkennen:


H2:
Dieses Jahr 1837, Menschheit, fast nie in
die Schulbücher geschrieben, die es noch immer für wichtiger
halten, Kriegen und Siegen erzählen, statt von ihrem wahr
haften gemeinsamen Triumphe.

Sehr fortgeschritten ist der Arbeitsprozess in einem erhaltenen Typoskript (T), das handschriftliche Korrekturen aufweist. Bezieht man die Korrekturen nicht ein, sondern liest nur die maschinenschriftliche ‚Grundschicht‘, so ergibt sich für den Satz folgender Wortlaut:


T:
Dieses Jahr 1837, da zum erstenmal der Tele-
graph in einer Sekunde Botschaft von Stadt zu Stadt,
von Land zu Ländern trägt, die gestern noch dutzende
von Reisetagen voneinander entfernt waren, ist fast
niemals in unseren Schulbüchern vermerkt, die es noch
immer für wichtiger halten, von Kriegen und Siegen
einzelner Feldherren und Nationen zu erzählen statt
von den wahrhaften, weil gemeinsamen Triumphen der
Menschheit.

Der Einbezug der handschriftlichen Korrekturen zeigt schließlich, wie Zweig an den Details der Gestaltung feilt:


Th:
Dieses entscheidende Schicksaljahr 1837, da zum erstenmal der Tele-
graph innerhalb einer Sekunde Botschaft von Stadt zu Stadt,
von Land zu Ländern trägt, die gestern noch dutzende
von Reisetagen voneinander entfernt waren, ist selten
oder überhaupt nicht in unseren Schulbüchern auch nur vermerkt, die es noch
immer für wichtiger halten, von Kriegen und Siegen
einzelner Feldherren und Nationen zu erzählen statt
von den wahrhaften, weil gemeinsamen Triumphen der
Menschheit.

Im Folgenden werden nach einer allgemeinen Einführung zu Das erste Wort über den Ozean das Notizbuch, die losen Blätter mit handschriftlichen Notizen und das Typoskript, kurzum die Textträger, welchen die zitierten Stellen entnommen sind, näher vorgestellt. Im Anschluss daran befinden sich zwei weitere, analog zum ersten Beispiel konstruierte Vergleiche der Ausarbeitungsphasen von Stefan Zweigs Text.

DAS ERSTE WORT ÜBER DEN OZEAN

Die historische Miniatur erschien erstmals im Jahr 1939 in der deutschsprachigen Exilzeitschrift Internationale Literatur in Moskau (Erstdruck ED). Zweig hatte die Erzählung von Anfang an als ‚Sternstunde‘ konzipiert, also als Beitrag zu seinen Sternstunden der Menschheit verstanden, wie Notizen im Umfeld seines im Literaturarchiv Salzburg erhaltenen Ringnotizheftes Werknotizen 7 aufzeigen. Die Sternstunden der Menschheit waren 1927 erstmals als Band erschienen und versammelten zu diesem Zeitpunkt fünf Erzählungen. Im Laufe der Zeit schrieb Zweig weitere Sternstunden -Texte, sodass heute insgesamt vierzehn Erzählungen unter diesem Gattungsneologismus geläufig sind.

Wie auch für seine historischen Biographien arbeitete Zweig für die Sternstunden sehr quellenorientiert, was sich deutlich in den frühen Notizen zu Das erste Wort über den Ozean widerspiegelt. Die zentrale Quelle ist Henry M. Field: The Story of the Atlantic Telegraph . New York: Charles Scribner’s Sons 1892. Werner Michler und Martina Wörgötter konstatieren in der Salzburger Ausgabe der Sternstunden der Menschheit , dass die zahlreichen Seitenangaben in den Aufzeichnungen zu Das erste Wort über den Ozean innerhalb der Werknotizen 7 stets auf diese Quelle zurückzuführen sind. Einmal ist in den Notizen selbst ein Hinweis auf diesen Umstand zu finden, da an einer Stelle neben einer Seitenzahl „Field“ zu lesen ist. Eine weitere Quelle notiert sich Zweig in seinem Ringnotizbuch: John Joseph Fahie: A History of [Electric] Telegraphy to the year 1837 . London: E. & F.N. Spon 1884. Es ist davon auszugehen, dass er zuerst mit der Quelle von Field arbeitete und auf das Werk von Fahie im Zuge seiner Arbeit an der Erzählung gestoßen ist. Das legt zumindest die Tatsache nahe, dass er sich die Quelle von Fahie am selben Ort notiert, an dem er bereits Informationen aus Fields Werk exzerpiert.
Die Handlung von Das erste Wort über den Ozean bringt die Erzählung mit weiteren Pionier- und Entdeckergeschichten innerhalb von Zweigs Œuvre, die von der Überfahrt über den Atlantischen Ozean berichten, in Verbindung; dazu sind auch die Biographie über Fernando Magellan (1937, mit 1938 als angegebenem Erscheinungsjahr) sowie von den anderen Sternstunden -Texten insbesondere Flucht in die Unsterblichkeit , eine zeitlich nahe an Das erste Wort über den Ozean liegende Erzählung (Entstehung um 1937, auf Deutsch erstmals 1943 erschienen), zu zählen. Zweig reist 1936, bereits seit zwei Jahren im Exil in England lebend, zum Kongress des P.E.N.-Clubs in Buenos Aires und hält an verschiedenen Orten in Brasilien Lesungen ab. Seine in diese Zeit fallende verstärkte Zuwendung zum Themenfeld der Entdeckung und Vereinnahmung Amerikas durch die europäischen Seefahrer und Kolonialisten ist augenfällig. Das erste Wort über den Ozean rückt aufgrund der Thematik der Überfahrt über den Atlantik und der technischen Pionierleistung der Verlegung des Transatlantikkabels inhaltlich in die Nähe dieses Schwerpunktes, wenn sich auch die Handlung in diesem Fall im 19. Jahrhundert abspielt. Zentral und klar erkennbar ist der pazifistische Impetus: Schon zu Beginn der Erzählung heißt es, dass völkerverbindende Neuerungen wie die Telegrafenkabellegung anstatt entzweiender Ereignisse wie Kriege in der Geschichtsschreibung bzw. -vermittlung den obersten Stellenwert einnehmen sollten. Anhand der frühen Notizen, die diesen Gedanken bereits enthalten, zeigt sich, dass Zweig dieser Aspekt von Beginn an wichtig war. Darüber hinaus wird die Erzählung mit einer klaren pazifistischen Stellungnahme abgeschlossen: „Und herrlich wäre sie [die Menschheit] dank ihren Siegen über Raum und Zeit nun für alle Zeiten vereint, verwirrte sie nicht immer wieder von neuem der verhängnisvolle Wahn, unablässig diese grandiose Einheit zu zerstören und mit denselben Mitteln, die ihr Macht über die Elemente gegeben, sich selbst zu vernichten.“

WERKNOTIZEN 7 (H1/1 UND H1/2)

Bei den bereits erwähnten Werknotizen 7 handelt sich um ein Ringnotizheft mit Skizzen zu verschiedenen schriftstellerischen Projekten Zweigs . Viel Raum nehmen Aufzeichnungen für die Legende Der begrabene Leuchter ein. Zudem finden sich Notizen zu Magellan , aus denen hervorgeht, dass daraus ursprünglich ein Sternstunden -Text hätte werden sollen und nicht eine eigenständige Biographie, und Notizen zu einer unbekannten Novelle mit einem Geheimrat A. R. als Protagonisten. Vierzehn Blätter sind schließlich dem Text Das erste Wort über den Ozean gewidmet.
Ziemlich genau in der Mitte dieser Einheit, nach den ersten sieben Blättern, befindet sich eine frei gelassene Doppelseite, die als Trennmarker für zwei voneinander zu unterscheidende Ausarbeitungsphasen (H1/1, H1/2) fungiert. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die zweite Hälfte thematisch Notizen der ersten sieben Blätter aufgreift, weiterentwickelt und mit neuen Inhalten kombiniert. Beide Hälften manifestieren sich im Ringnotizbuch als sehr schemenhafte, skizzenartige und von Substantiva dominierte Aufzeichnungen. Konjunktionen und Adverbien sind in diesem frühen Stadium noch selten, während Verben häufig als Partizipien auftreten. Auf den ersten Seiten sind einige englische Ausdrücke enthalten, denen teilweise eine mit Bleistift in unmittelbarer Nähe notierte deutsche Übersetzung entspricht. Das ist ein Hinweis darauf, dass diese sehr quellenbasierten Notizen als Exzerpt von Zweigs englischer Hauptquelle (The Story of the Atlantic Telegraph von Field) zu verstehen sind, das bereits mit einem groben Grundgerüst für die Erzählung angereichert ist.
Als Schreibmaterial verwendete Zweig für die Notizen zu Das erste Wort über den Ozean violette Tinte und Bleistift. Der Schriftduktus ändert sich mehrmals deutlich, woraus zu schließen ist, dass die Notizen mit zeitlichen Pausen festgehalten wurden. Es entsteht bei der Betrachtung des Geschriebenen der Eindruck, als sei es rasch hingeworfen worden und eventuell zum Teil auf Reisen bzw. jedenfalls nicht direkt am Schreibtisch entstanden. Klar ersichtlich ist aus den manchmal schwer lesbaren Worten, dass Zweig sie nicht mit Rücksicht auf potenzielle andere Leserinnen und Leser, sondern ausschließlich für seinen persönlichen Gebrauch anfertigte.
Der Abschnitt zu Das erste Wort über den Ozean ist an einem der beiden Enden des Ringnotizbuches situiert; die ersten drei Seiten davor gehören allerdings zu Der begrabene Leuchter . Das Notizbuch wurde von beiden Enden her beschrieben und dabei einmal umgedreht. Der Abschnitt, der die ausführlicheren Notizen zum Begrabenen Leuchter und jene zu Magellan enthält und auf der anderen Seite des Heftes begonnen wurde, steht also aus der Perspektive der Aufzeichnungen zu Das erste Wort über den Ozean auf dem Kopf. Dazwischen befinden sich in der Mitte des Hefts 22 leere Doppelseiten, sodass die Schreibbewegungen von den beiden Enden her nicht aufeinandertreffen. Die drei Seiten vor dem Komplex zu Das erste Wort über den Ozean , die sich dem Text Der begrabene Leuchter zuordnen lassen, sind ebenfalls auf den Kopf gestellt. Zweigs Gewohnheit, die rechte Seite als primär beschriebene Seite zu nutzen und die gegenüberliegende linke Seite für eventuell anfallende Notizen freizuhalten, lässt sich im gesamten Notizheft gut nachvollziehen.

VIER LOSE BLÄTTER (H2)

Ursprünglich waren in das Ringnotizheft vier lose Blätter eingelegt, die einseitig mit weiteren Skizzen zu Das erste Wort über den Ozean beschrieben sind. Ein Vergleich mit den Aufzeichnungen im Notizheft zeigt, dass es sich um eine etwas fortgeschrittenere Arbeitsphase handelt. Auch auf den losen Blättern sind noch keine vollständigen Sätze zu finden, die Notizen sind nach wie vor in Stichworten strukturiert. Doch das Stichwortgefüge hat bereits einen anderen Charakter angenommen, manche Sätze streben schon verstärkt einem geordneten syntaktischen Aufbau entgegen. Primäres Schreibmaterial ist erneut die für Stefan Zweig charakteristische violette Tinte, vereinzelte später ergänzte Stichworte sind mit roter Tinte geschrieben. Inhaltlich werden mit diesen vier erhaltenen Blättern nicht alle Handlungselemente der Erzählung abgedeckt. Die Notizen setzen nicht ganz zu Beginn ein, sondern erst mit der Erfindung des Telegrafen, und reichen lediglich bis zu Beginn des zweiten Versuchs der Kabellegung, nachdem der erste misslungen ist. Es ist zu vermuten, dass es für diese Arbeitsphase noch weitere lose Zettel gegeben haben könnte, doch mit Gewissheit kann darüber keine Aussage getroffen werden. Einige der Notizen, die Zweig innerhalb der Werknotizen 7 als (spätere) Ergänzungen vermerkte, finden sich in dieser Arbeitsphase wiederaufgenommen.

TYPOSKRIPT (T UND TH)

Auf 29 einseitig bedruckten und beschriebenen Blättern ist eine gegenüber den handschriftlichen Notizen der anderen beiden vorgestellten Textträger weit fortgeschrittenere Arbeitsphase nachzuverfolgen. Als ‚Grundschicht‘ ist der maschinengeschriebene Text die erste Arbeitsstufe des Textträgers (T). Es ist davon auszugehen, dass nicht Zweig selbst, sondern vermutlich seine spätere zweite Ehefrau Lotte die Abschrift auf der Schreibmaschine getätigt hat. Zahlreiche von Zweig vorgenommene handschriftliche Umarbeitungen mit violetter Tinte finden sich zwischen den Zeilen, die eigens dafür in großem Abstand gesetzt sind, oder auch an den breiten Seitenrändern (Th). Diese handschriftlichen Notizen sind im Unterschied zu jenen der bereits vorgestellten zwei Manuskripte feinsäuberlich und offenbar auf Leserlichkeit bedacht.
Das erste Blatt des Typoskripts ist mit blauem Buntstift von Lotte mit „Das erste Wort über den Ozean“ überschrieben worden – der Titel steht hier also schon in der Form fest, in der er bestehen bleiben wird. Mit demselben Buntstift sind zwei quer über das Blatt verlaufende Linien zu einem durchstreichenden Andreaskreuz gezogen. Ein Vergleich des Erstdrucks mit dem Typoskript zeigt, dass es sich bei Letzterem auch unter Berücksichtigung der handschriftlichen Umarbeitungen noch nicht um den Wortlaut des publizierten Textes handelt. Es wird also noch mindestens eine weitere, nicht erhaltene Typoskriptstufe mit handschriftlichen Anmerkungen gegeben haben. Es zeigt sich aber auch, dass die handschriftlichen Notizen des Typoskripts in die Weiterbearbeitung einflossen, da viele von ihnen im Erstdruck in den Textfluss integriert sind.
Besonders auffällig ist, dass von den 29 Blättern nur in etwa die erste Hälfte dicht mit handschriftlichen Anmerkungen versehen ist, während in der zweiten Hälfte keine handschriftliche Bearbeitung erfolgt ist. Auf insgesamt fünf Blättern der zweiten Hälfte sind auf der Rückseite unterschiedlich ausführliche Bleistiftnotizen zu finden. Die Rückseite erfüllt in diesen Fällen eine den linken Seiten im Ringnotizheft vergleichbare Funktion, indem die hier in Stichworten angebrachten inhaltlichen Ergänzungen für die Weiterbearbeitung vorgemerkt werden.

ZWEI WEITERE BEISPIELSÄTZE

    diakritische Zeichen:

  • [x] = In den handschriftlichen Notizen ausgelassene/r Buchstabe/n, der/die ergänzt wurde/n.
  • *x* = Ein solcherart umrahmtes Wort markiert eine unsichere Lesart.

Beispiel 1

ED:
Aber noch widerstrebt die Natur dieser letzten Vereinigung, noch stemmt sie ein Hemmnis entgegen, noch bleiben zwei Jahrzehnte lang all jene Länder abgeschaltet, die durch das Meer voneinander geschieden sind.


H1/1:
Feuchtigkeit nicht hemmt


H1/2:
Ein Hemmnis. Das Wasser. Das Meer. Nicht über
brücken. Nicht Porzelanisolierung. Nicht Eisen Elektricität. In
Wasser halt.


H2:
Aber noch ein Hemmnis. Ström weiter, Länder *der*
Grenze. Halt machen am Meer. Noch alle Länder abgeschaltet vo[n]
der grossen künftigen E[i]nheit.


T:
Aber noch widerstrebt die Natur dieser letzten
Vereinigung, noch stemmt sie ein Hemmnis entgegen,
noch bleiben von dem elektrischen Strom, der das
Wort über die Erde trägt, alle jene Länder ausge-
schaltet, die durch das Meer vom Festland getrennt
sind.


Th:
Aber noch widerstrebt die Natur dieser letzten
Vereinigung. Noch stemmt sie ein Hemmnis entgegen,
noch bleiben ein Jahrzehnt lang
alle jene Länder abge-
schaltet, die durch das Meer vom Festland getrennt
sind.

Beispiel 2

ED:
Glücklicherweise reicht nun in den Zeiten des Fortschritts eine Erfindung der andern hilfreich die Hand. Wenige Jahre nach der Einführung des Landtelegraphen wird das Guttapercha entdeckt als der geeignete Stoff, elektrische Leitungen im Wasser zu isolieren. Nun kann man beginnen, das wichtigste Land jenseits des Kontinents, England, an das europäische Telegraphennetz anzuschließen.


H1/1:
Gummi „india rubber“ Guttapercha (Art Macaro
nimaschine)


H1/1:
Isolierungsmittel.
Erfindungen Hand in Hand


H1/2 (links):
Hilft neues Isolierungsmittel (immer Erfind[ungen]
Hand in Hand)


H1/2 (rechts):
Gefunden
gesucht. In Kabel. Glücklicherweise Coordinierung. Guttapercha
gefunden.


H2:
Zeiten des Fort
schritt[s] eine Erfindung ander[n] die Hand reicht, Guttapercha, Isolier[u]ng.


T:
Nun reicht in den Zeiten des
Fortschritts immer eine Erfindung der andern die
Hand; fast gleichzeitig mit dem Telegraphen wird
auch das Guttapercha entdeckt als ein Stoff, der
die elektrische Ladung sichert, und nun kann man
versuchen, das wichtigste Land Europas jenseits
des Festlands, England, an den Kontinent anzu-
schliessen.


Th:
Glücklicherweise reicht aber immer in den Zeiten des
Fortschritts eine Erfindung der andern
die Hand; fast gleichzeitig mit dem Telegraphen wird
auch das Guttapercha entdeckt als der geeignete Stoff, um
elektrische Leitungen vor jedem Contacte storenden Contacte zu sichern; nun erst kann man
unternehmen, das wichtigste Land Europas jenseits
des Festlands, England, an den Kontinent anzu-
schliessen.